Gemeinsamer Europäischer Referenzrahmen
In den 1990er-Jahren erarbeitete der Europarat den Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen für Sprachen (Common European Framework of Reference for Languages), und veröffentlichte diese umfangreiche Empfehlung erstmals im Jahr 2001. Die sprachenpolitischen Zielsetzungen des GER waren u. a. Erleichterung der Kommunikation und Interaktion von Europäern verschiedener Muttersprache und Schutz der Vielfalt von Sprachen und Kulturen in Europa.
Die sogenannten „Kann- Deskriptoren“ beschreiben die Sprachkompetenzen auf sechs Niveaustufen von A1 bis C2. Der GER hatte vielfältige Wirkung auf Methodik und Didaktik des Sprachunterrichts. Volkshochschulen beschreiben ihre Sprachkurse im Programm auf der Basis des GER. Der GER hat mit seinen Kann-Beschreibungen auch auf andere Kompetenznachweise, z. B. Digitaler Kompetenzrahmen der EU-Kommission „The digital framework for citizens“.
Nach einiger Verzögerung ist 2020 der neue „Begleitband“ des Europarats zum GER erschienen. Der Europarat spricht vom „Begleitband zum GER“, doch unverkennbar handelt es sich um einen neuen Ansatz. Zwar ist der GER von 2001 noch erkennbar, doch die zahlreichen Fachdiskussionen seither haben tiefgehende – überwiegend positive – Spuren hinterlassen. Neue Deskriptoren-Skalen, darunter z. B. die für „Mediation“, „Plurilinguistische Kompetenz“ oder „Plurikulturelle Kompetenz“ reflektieren den heutigen Diskussionsstand zum sprachlichen Handeln.
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