Studien zur Literalität und Grundbildung in Deutschland
Die erste sogenannte Leo-Studie, „Literalität von Erwachsenen auf den unteren Kompetenzniveaus“, wurde 2011 veröffentlicht und wälzte die Alphabetisierungs- und Grundbildungswelt um. Unter Leitung von Prof. Dr. Anke Grotlüschen wurde sie vom Lehrstuhl Erwachsenenbildung an der Universität Hamburg durchgeführt. Die zentrale Publikation ist der leo.-Sammelband „Funktionaler Analphabetismus in Deutschland“, herausgegeben von Anke Grotlüschen und Wibke Riekmann, 2012 im Waxmann Verlag.
Untersucht wurden die Lese- und Schreibkompetenzen von Erwachsenen im Alter zwischen 18 und 64 Jahren in Deutschland. Demnach können 7,5 Millionen Menschen – das sind 14,5 Prozent der erwachsenen Bevölkerung in Deutschland – keine zusammenhängenden Texte lesen oder schreiben. Das ist ein Vielfaches dessen, was zuvor angenommen worden war. In Politik und Öffentlichkeit erwachte großes Interesse an dem Thema und an Angeboten in Alphabetisierung und Grundbildung. Die Volkshochschulen waren bis dahin nahezu die einzigen Träger der außerschulischen Bildung, die solche Angebote im Programm hatten und der Lernbiografie funktionaler Analphabeten Aufmerksamkeit schenkten.
Mithilfe einer umfangreichen Förderung durch das BMBF wurden zahlreiche Projekte in der Forschung und später auch der Praxis der Grundbildungsarbeit verwirklicht. 2018 gab es eine Folgestudie: „LEO 2018 – Leben mit geringer Literalität.“ Demnach sind rund 6,2 Millionen Deutsch sprechende Erwachsene im Alter zwischen 18 und 64 Jahren gering literarisiert. In der AlphaDekade 2016 bis 2026 soll dieser Anteil signifikant kleiner werden.
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