Nachruf auf Josef Deimer 

Der Bayerische Volkshochschulverband trauert um Josef Deimer, der am 12. August 2026 im Alter von 90 Jahren verstorben ist.

Im Gedenken an einen unermüdlichen Fürsprecher – der Bayerische Volkshochschulverband trauert um seinen Ehrenpräsidenten 

München, 13.08.2026 – Der Bayerische Volkshochschulverband trauert um Josef Deimer, der am 12. August 2026 im Alter von 90 Jahren verstorben ist. Mit seinem Tod verliert der Verband einen langjährigen Weggefährten und unermüdlichen Fürsprecher, dessen Engagement die Erwachsenenbildung und die Volkshochschulen in Bayern weit über drei Jahrzehnte hinweg geprägt hat. 

Josef Deimer war von 1979 bis 2014 Präsident des bvv. In dieser außergewöhnlich langen Amtszeit begleitete er die Entwicklung der bayerischen Volkshochschulen mit klarer Haltung, strategischem Geschick und persönlichem Einsatz. Im Jahr 2014 ernannte ihn die Mitgliederversammlung des bvv zum Ehrenpräsidenten. 

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Ulrike Faber-Selmeier

Für Deimer war Bildung ein Bürgerrecht und Grundlage für gesellschaftlichen Zusammenhalt. Immer wieder betonte er, dass Bildung der Schlüssel zum Gemeinwohl sei. „Kultur und Bildung ist etwas für alle Bürger“, brachte er es auf den Punkt. Und schon früh war ihm klar, dass die Menschen in einer zunehmend globalisierten und digitalisierten Welt immer mehr Unterstützung für ihre persönliche Orientierung benötigen. Er war überzeugt: Die Volkshochschulen übernehmen dabei eine wichtige soziale Aufgabe, indem sie Teilhabe an Gesellschaft, Kultur und Beruf ermöglichen. 

Mit seiner Unterstützung entwickelten sich die Volkshochschulen in Bayern zu einem starken Netzwerk lebensbegleitender Bildung – offen, niederschwellig und gemeinwohlorientiert. Das „Erfolgsmodell vhs“, wie es Deimer gerne formulierte, setzte den öffentlichen Bildungsauftrag mit unternehmerischem Denken um – ein Konzept, das viele der politischen und gesellschaftlichen Aktivitäten Deimers prägte. 

Als Oberbürgermeister von Landshut (1970 bis 2004) sowie als Vorsitzender des Bayerischen Städtetags (1975 bis 2004) stellte Josef Deimer insbesondere die Interessen der Kommunen und die so wichtige Verbindung zu ihren Volkshochschulen als Teil der kommunalen Daseinsvorsorge in den Vordergrund. Er war auch langjähriges Ehrenmitglied der Volkshochschule Landshut. 

In sämtlichen Feldern der Kommunalpolitik galt Josef Deimer als anerkannter Experte. Seine oft bildhafte Rhetorik und akribische Vorbereitung waren allseits geschätzt. 

Die Erwachsenenbildung war für Josef Deimer stets mehr als ein politisches Arbeitsfeld – sie war Teil seiner Überzeugung vom gesellschaftlichen Miteinander. Er war ein entschlossener Kämpfer für die angemessene Finanzierung und Anerkennung der Volkshochschulen. Diese Haltung zeigte sich besonders in schwierigen Zeiten wie 2005, als der Freistaat Bayern plante, die Mittel für die Erwachsenenbildung zu streichen. 

„Niemand ist ohne Verantwortung“, sagte Josef Deimer einmal. Diese tief verwurzelte Überzeugung lebte er in seinem ganzen Wirken. „Verantwortung übernehmen war für Josef Deimer nicht nur ein leeres Wort, sondern eine Verpflichtung, die er in jedem seiner Ämter mit Entschlossenheit lebte. In all den Jahren seiner Tätigkeit hat er nie den Weg des leichteren Auswegs gewählt. Er zeigte, dass Verantwortung vor allem dann wichtig ist, wenn es schwierig wird“, so Dr. Martin Ecker, Vorsitzender des bvv-Aufsichtsrats. 

Die Zusammenarbeit mit Josef Deimer war stets geprägt von Vertrauen, Wertschätzung und einer Prise Humor. Der Bayerische Volkshochschulverband ist Josef Deimer zu großem Dank verpflichtet. Sein Einsatz und seine Visionen für eine gerechte, menschennahe und zukunftsfähige Bildungspolitik werden uns auch weiterhin begleiten. Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren.