Pressemitteilung
Bayerischer Volkshochschulverband führt bewährtes Orientierungsangebot bis 2029 fort – bundesweiter Ausbau auf 13 Träger in 14 Bundesländern
München, 1. Juli 2026. – Die Wegweiserkurse für Schutzsuchende gehen in eine neue dreijährige Förderperiode und werden zugleich nahezu bundesweit ausgebaut. Zum 1. Juli 2026 startet das vom Asyl-, Migrations- und Integrationsfonds (AMIF) geförderte Orientierungsangebot in 14 Bundesländern. Künftig setzen 13 Träger die Kurse um. In Bayern bleibt der Bayerische Volkshochschulverband e.V. (bvv) Träger des Projekts und führt die Wegweiserkurse nahtlos bis zum 30. Juni 2029 fort.
„Wegweiserkurse setzen genau dort an, wo Orientierung besonders wichtig ist: im Idealfall in den ersten Tagen nach der Ankunft. Schutzsuchende erhalten verlässliche Informationen in ihrer Herkunftssprache – niederschwellig, kultursensibel und qualitätsgesichert“, so Dr. Regine Sgodda, Vorstand des bvv. „Der bundesweite Ausbau zeigt, wie wichtig frühe Orientierung für Teilhabe, Verständigung und ein gutes Zusammenleben in Deutschland ist.“
Orientierung in der Herkunftssprache
Wegweiserkurse vermitteln neu zugewanderten Schutzsuchenden unmittelbar nach ihrer Ankunft kompakt und in der jeweiligen Herkunftssprache zentrale Informationen für den Alltag und das Zusammenleben in Deutschland. Behandelt werden unter anderem das Asylverfahren, Rechte und Pflichten, Gesundheitsversorgung, Mobilität, Bildung, Arbeit, Zusammenleben sowie Werte, Normen und Gesetze. Grundlage ist das vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) herausgegebene Curriculum für herkunftssprachliche Wegweiserkurse. Die Kurse umfassen 15 Unterrichtseinheiten à 45 Minuten und sind in elf Module gegliedert.
Die Vermittlung in der Herkunftssprache ist ein zentraler Erfolgsfaktor. Sie ermöglicht es, auch komplexe Themen wie Gleichberechtigung, Religionsfreiheit, Meinungsfreiheit oder Umgangsformen verständlich zu behandeln. Zugleich stärken die Kurse die Orientierung in einer frühen Phase des Ankommens und tragen dazu bei, Fehlinformationen entgegenzuwirken.
Umsetzung in Bayern
In Bayern sollen in der neuen Projektlaufzeit bis zu 480 Wegweiserkurse in allen Regierungsbezirken durchgeführt werden – überwiegend in AnkER- und funktionsgleichen Einrichtungen, ergänzend auch in Kommunen. Die Umsetzung erfolgt gemeinsam mit sieben Kooperationspartnern in Bayern:
- Berufsbildungszentrum Augsburg der Lehmbaugruppe gGmbH
- Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. / Regionalverband Unterfranken
- Oberallgäuer Volkshochschule e.V.
- Volkshochschule Fürth gGmbH
- Volkshochschule Hofer Land e.V.
- Volkshochschule Stadt Land Bruck gGmbH
- Volkshochschule Weiden-Neustadt gGmbH
Hohe Nachfrage in der bisherigen Projektphase
Die Bilanz der vorangegangenen bayerischen Projektphase zeigt die hohe Nachfrage: Zwischen dem 1. Oktober 2024 und dem 30. Juni 2026 wurden rund 230 Wegweiserkurse organisiert und durchgeführt. Mehr als 2.600 Teilnehmende besuchten das Angebot. Etwa ein Drittel der Kurse fand auf Dari statt, gefolgt von Arabisch mit rund 20 Prozent und Russisch mit rund 15 Prozent. Weitere Kurse wurden unter anderem auf Spanisch, Somali, Türkisch, Französisch und Englisch angeboten. Zu den häufigsten Herkunftsländern der Teilnehmenden zählten Afghanistan, Syrien und die Ukraine.
Kulturmittler:innen als Brücke zwischen den Kulturen
Durchgeführt werden die Kurse von qualifizierten Kulturmittler:innen. Sie sprechen die Herkunftssprache der Teilnehmenden, kennen die jeweilige Herkunftskultur und bauen Brücken zwischen den Kulturen. Für ihren Einsatz werden sie auf Grundlage eines BAMF-Curriculums geschult. Der bundesweite Kulturmittler:innenpool wird durch den Deutschen Volkshochschul-Verband (DVV) koordiniert.
Finanziert werden die Wegweiserkurse zu 75 Prozent aus Mitteln des Asyl-, Migrations- und Integrationsfonds (AMIF) der Europäischen Union, zu 12,5 Prozent durch das Bundesministerium des Innern (BMI) sowie zu 12,5 Prozent durch das Bayerische Staatsministerium des Innern, für Sport und Integration (StMI).

Kulturmittler:innen bauen Brücken zwischen den Kulturen
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Wegweiserkurse für Schutzsuchende starten in neue Förderperiode
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